Landsmannschaft Schlesien Bayern

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Einladung zum Schlesiertreffen 2009

"Schlesien - Heimat und Zukunft" so lautet das Motto des diesjährigen großen Treffens aller Schlesier am 27. und 28. Juni 2009 in Hannover, dem Patenland der Schlesier. Ich hoffe auf möglichst viele besuchende Teilnehmer, besonders auch aus Bayern.
Auf nach Hannover!
Ch. K. Kuznik
Stellv. Bundes- und Landesvorsitzender Bayern der Landsmannschaft Schlesien N. u. O/S

50 Jahre BdV; Bitte, lesen Sie, welche Eindrücke und Folgerungen der stellv. Bundesvorsitzende Ch. Kuznik von der Festveranstaltung am 22. 10. 2007 im Berliner Prinzenpalais mitnahm.

Ch. K. Kuznik,
Stellvertretender Bundesvorsitzender der Landsmannschaft Schlesien, Nieder- und Oberschlesien

Feststunde „50 Jahre BdV“ – und ein (zu gewagter?) Blick in die Zukunft

Viel Prominenz war vertreten, als die BdV-Präsidentin am 22. 10. 2007 zur Feier des 50-jährigen Bestehens des BdV als Verband von 21 Landsmannschaften, 16 Landesverbänden und 4 außerordentlichen Verbänden in das Kronprinzenpalais „Unter den Linden“ in Berlin rief. 14 Staaten waren diplomatisch vertreten, Innenminister Schäuble führte die Riege deutscher Bundesminister an, die CDU/CSU-Fraktion war durch Volker Kauder, die SPD durch Rudolf Körpper, die Kirchen durch Weihbischof Pieschl und den EKD-Beauftragten vertreten, es waren zahlreiche Abgeordnete anwesend, und aus Bayern erschienen der neugewählte Ministerpräsident Beckstein und der CSU-Vorsitzender Huber. Beim Einzug der Bundeskanzlerin Angela Merkel als Festrednerin blendete dann ein langes Blitzlichtgewitter der vielen, auch ausländischen, Reporter.
Die Grußansprache von Präsidentin Steinbach ist für Interessierte überall nachzulesen, die von Dr. h.c. Seiters als Präsident des Deutschen Roten Kreuzes ist kaum von Interesse, die der Bundeskanzlerin war mir bisher schriftlich nicht erreichbar.

Für mich als Teilnehmer war und ist an beiden Reden der führenden Damen hauptsächlich das interessant, was nicht gesagt wurde!

In einer engagierten Rede gab Erika Steinbach, sehr telegen in Schwarz-Rot gekleidet, einen geschichtlichen Abriss des BdV. Sie sprach von ambivalenten Gefühlen anlässlich eines „Jubiläums“ eines Opferverbandes, verzichtete aber auf Schilderungen des Leids der deutschen Flucht- bzw. Vertreibungsopfer. Sie berichtete dagegen detailgetreu vom sich wandelnden Verhältnis der einzelnen deutschen Parteien und führenden Politiker zum BdV. Danach verlief das politische Wirken von BdV und CDU/CSU lange zeit „weitgehend synchron“, wogegen es zwischen BdV und der SPD und den politisch „Linken“ streckenweise ein langes Zerwürfnis gegeben habe. Diese haben sich ja vom bekannten „Verzicht ist Verrat“-Grußwort der SPD-Politiker Ollenhauer, Willy Brandt und Herbert Wehner 1963 an die Schlesier völlig abgewandt und dem „Revanchismus-Schlagwort“ der kommunistischen Desinformation und dessen Zielen angeschlossen. Brandt habe sich diesen Wandel der Positionen, so Steinbach, allerdings nicht leicht gemacht, und „wenn er heute SPD-Parteichef wäre, so würde er mit Sicherheit in der ersten Reihe hier sitzen.“
Ihre geschichtlich gemeinten Ausführungen über die „Häme und Bösartigkeit gegenüber landsmannschaftlichen Treffen, Mitleidlosigkeit gegenüber den Opfern“, die „nicht Ausnahme sondern Regel“ waren, gelten meiner Meinung nach allerdings bei großen Teilen der deutschen Öffentlichkeit leider wohl auch noch Heute.

„Das Heimatrecht und das Rückkehrrecht für Vertriebene waren sehr lange völlig unbestritten“, so Steinbach, sowohl beim BdV als auch den Parteien – so weit so gut, aber ob das für den von ihr geführten BdV heute und morgen noch gilt oder gelten sollte, darüber verlor sie vor der Kanzlerin kein Wort! Das bedeutet aber unausgesprochen und schlicht: Heimatrecht ist längst obsolet! Und das, obwohl es noch in den Parteiprogrammen der Unionsparteien ausdrücklich erwähnt wird! Und das BdV-Motto für die diesjährigen „Tage der Heimat“ lautet ja: „Heimat ist Menschenrecht“! Bezeichnenderweise erschien aber bereits in ihrer langen Begrüßungsrede zum Tag der Heimat außer im Motto nirgendwo eine Forderung nach Verwirklichung dieses Rechts! Wenn aber diese zentrale Forderung der Vertriebenen nicht mehr gelten sollte, bleibt eigentlich nur noch „Museum“ übrig!
Auch die bekannte „Charta der Heimatvertriebenen“ von 1950 mit ihrem Verzicht auf Rache und Vergeltung und dem ausgesprochenen Willen, zu einem geeinten und friedlichen Europa beizutragen, wurde als „Wertegrundlage“ des BdV „bis heute“ bezeichnet; allerdings auch hier, wie so oft in der Öffentlichkeit fast schon „selbstverständlich“, unter Ausklammerung der Forderung nach Verwirklichung des Rechtes auf die Heimat. In ähnlicher Form äußerte sich später sinngemäß die Kanzlerin, als sie die „Charta“ würdigte. Und das Ergebnis langer Ausführungen von Frau Merkel zum Thema „Heimat“ lautet: Heimat ist Gefühl, ist Erinnerung oder „Verstandensein“, und das ist überall möglich. Sonst nichts! Keinerlei irgendwie gearteter Versuch auf Verwirklichung des Anspruchs. Das Verwurzelt-Sein mit einem Ort oder einer Region hat für sie offenbar nur geistige Dimensionen, von Eigentum keine Spur! Und das, obwohl Frau Merkel sich in ihrem Grußwort zum Tag der Heimat zur „Verpflichtung, dem Unrecht von Vertreibungen weltweit entschieden entgegenzutreten“ bekennt. Lippenbekenntnisse!

1989/91, im Zuge der 2+4–Verhandlungen und des Grenzbestätigungsvertrages war, nach Steinbach, „tief im Innern“ „vielen Vertriebenen längst klar, dass kein Weg an der Oder/Neiße-Grenze vorbeiführen würde…Am Ende stimmten 20 Abgeordnete…dagegen. Auch ich. Aber für mich und unseren Verband, der ausdrücklich auf dem Boden der demokratischen Wertordnung Deutschlands steht, war damit eine zu respektierende Entscheidung gefallen.“ Auch hier: so weit, so gut! Aber wieder kein Wort zu international verbürgten Menschenrechten und zu bestehenden privaten Ansprüchen oder zu irgendeiner Art von Entschädigung oder Regelung dieser Ansprüche oder dem überfälligen Versuch einer Wiedergutmachung auch an deutschen Opfern!

Die Wörter „Polen“ oder „Tschechoslowakei“ u.a. kamen im Zusammenhang mit Vertreibung oder Verantwortung für Unrecht bei beiden Rednerinnen nicht vor, allerdings als Zielobjekt einer wichtigen zu verwirklichenden „Versöhnung“.
Es ist traurig aber merk-würdig, dass immerfort von Interessierten möglichst lautstark wiederholte Halb- und Unwahrheiten das Bewusstsein der veröffentlichten Meinung letztlich tatsächlich verändern. Wenn dann die Kanzlerin beim Thema Vertreibung meint, sie wolle nicht die Geschichte „umschreiben“ und dabei sagt: „Wir verwechseln nicht Ursache und Wirkung, wenn wir der Vertreibung gedenken“, so trägt sie wohl doch selbst (unbewusst?) zu einer teilweisen „Umschreibung der Geschichte“ bei, da Vertreibungen v.a. der Deutschen im bzw. aus dem Osten ja nachgewiesenermaßen längst vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges nicht nur von tschechoslowakischer und polnischer Seite gewollt und angestrebt waren, unabhängig von einem Krieg.

Fragt man sich nun: was bleibt für den BdV an Aufgaben und Zielen im Zusammenhang mit der Aufarbeitung der Vertreibung (auch) der Deutschen aus ihrer Heimat, heißt die Antwort: „Das ZgV, das Zentrum gegen Vertreibungen!“ Die bereits im Jahre 2000 durch den BdV gegründete Stiftung möchte vorrangig erreichen, „dass ein vollständiges und wahrhaftiges deutsches und europäisches Geschichtsbild gezeichnet wird.“
Nach den vielen erlebten Widerständen von Seiten unserer Nachbarn, denen sich die deutsche Politik v.a. des linken Spektrums nur zu gern anschloss, könnte es ja sein, dass jetzt eine Verwirklichung zu erwarten ist. Das jedenfalls hat die Kanzlerin für „das sichtbare Zeichen“ wiederum zugesagt, und es steht zu erwarten, dass auch der Wechsel an der polnischen Regierungsspitze dazu beitragen könnte. Hatte die bisherige offen-antideutsche polnische Politik nicht zu einer Stärkung des deutschen Selbstbewusstseins im bilateralen Verhältnis beigetragen, ist zu erwarten, dass eine gemäßigte polnische Politik auf deutscher Seite zu noch mehr Entgegenkommen und Nachgiebigkeit führen wird. Was dann aber vom ursprünglich geplanten ZgV übrig bleibt, ist noch nicht abzusehen, da es nach dem Willen der Koalitionsparteien hauptsächlich „europäisch ausgerichtet“ sein soll, und auch für die Kanzlerin die Notwendigkeit besteht, dieses Projekt „mit den östlichen Nachbarn“ abzusprechen.
Damit wird es zu einem wohl letzten Einsatz für ein größeres Ziel des BdV, manifestiert aber gleichzeitig die Entpolitisierung und (notwendige?) Anpassung und Abhängigkeit an den „Zeitgeist“. Ganz offensichtlich haben die Schläge mit der „Extremismus-, Radikalismus- und Revanchismuskeule“ den Verband und seine VertreterInnen „weichgeklopft“, kein Wunder, wurde doch aus den kommunistischen Schimpfwörtern ein juristischer Tatbestand, dem gegenüber in der deutschen Öffentlichkeit weitgehend übereinstimmend Schweigen herrscht! Auf Widerstand dagegen erfolgen zumindest mediale Verleumdung und politische Einflusslosigkeit, öfters gar berufliche Ausgrenzung.

„Mitgefühl und Anteilnahme“ sowie „Erkenntnis“ „seitens vieler europäischer Regierungen“ sind bereits erreicht, ein „Dialog um das Werteverständnis“ „darf nicht ausgeblendet werden“, „praktizierte Solidarität auf der Grundlage von Menschenrechten“ und „Engagement für die soziale und wirtschaftliche Eingliederung unserer Landsleute“ sowie „Einsatz für das historische Erbe der Heimatgebiete“ sind, nach Steinbach, die außerdem bleibend formulierten Ziele des BdV.

Fasst man nun die geäußerten Aussagen und die ausgeklammerten Aussagen beider CDU-Politikerinnen zusammen, kann und wird sich der BdV wohl künftig befassen mit:
der Pflege der Erinnerung, dem musealem Bewahren der Kultur ehemaliger deutscher Heimatgebiete, evtl. mit staatlicher Unterstützung, der Hilfe bei der Eingliederung von Migranten, wovon nur noch wenige Deutsche sein können, und mit dem Bemühen um Anerkennung des historischen Unrechts auch an vertriebenen Deutschen, was nur in einem kaum anzunehmenden Idealfall auch bei den Vertreiberstaaten Aussicht auf Erfolg hat, und deswegen unabhängig davon zum Erfolg verdammt ist.

Sind das die originalen und adäquaten Aufgaben eines Opferverbandes?
Ist das evtl. nur ein „Feigenblatt“, welches die bis zur politischen Bedeutungslosigkeit herabgesunkene Ohnmacht dieses Verbandes kaschieren soll?
Bindet dieses umrissene Arbeitsfeld alle Kräfte innerhalb des BdV?
Ist das ein angemessenes und ausreichendes Streben nach „Heilung“ von Unrecht, Verlust und Leid der Vertriebenen, für die sich die Landsmannschaften und zahllose Vertriebenenvertreter bereits seit über 60 Jahren einsetzen?

Deutschlandtreffen der Schlesier 2007 in Hannover, 30. 06. und 01. 07 2007

Randnotizen zum Deutschlandtreffen der Schlesier 2007
Christian K. Kuznik, stellvertretender Bundesvorsitzender

Nun ist es vorbei, das heimatliche Schlesiertreffen in Hannover. 18 Jahre hat es gedauert, bis die Schlesier sich wieder in ihrem Patenland Niedersachsen treffen konnten, nachdem die linke rot-grüne Regierung des Landes seinerzeit die „revanchistischen und rechts-radikalen“ Schlesier aus ihrem Bundesland ausgebootet hatte. Und das diesjährige Treffen in Hannover war ein großer Erfolg in vielerlei Hinsicht – es kamen viel mehr vertriebene Schlesier aus dem Bundesgebiet und einige aus der Heimat, als die meisten es erwarten konnten. Ihnen allen gebührt Dank für ihre Treue zu Schlesien und den Landsleuten, aber auch den Organisatoren und Helfern in der Landsmannschaft sowie allen anderen Akteuren und großen und kleinen Spendern und Sponsoren des Treffens.
So weit, so gut!
In den bundesdeutschen Medien aber hat dieses Treffen kaum stattgefunden, das Fernsehen in Deutschland erwähnte es gerade einmal ganz kurz; ganz anders die polnische staatliche Television, die über das Ereignis im Vorfeld, aber besonders danach, recht ausführlich - gewohntermaßen einseitig und anprangernd - berichtete.
Und im deutschen Blätterwald, soweit das Ereignis außerhalb Niedersachsens überhaupt erwähnt wurde, las man unisono den gleichen Text: „Wulf warnt Vertriebene vor rechtsextremem Einfluss, …distanziert sich von Rückforderungen“ oder „Schlesier-Chef relativiert Nazi-Verantwortung“ und ähnliches. Man könnte fast glauben, nicht mangelnder Einsatz von Reportern sondern ein „großer Bruder“ verhindert hier jegliche Meinungsvielfalt. Von all den positiven Aspekten, von menschlichen Begegnungen, kulturellen Veranstaltungen, dem guten Willen der Schlesier oder deren Hilfe für die alte Heimat und die Menschen dort war leider kaum etwas zu lesen.
Überraschend dabei, in welchem Gleichklang - bis hin zu einzelnen Formulierungen in verschiedenen Blättern – immer noch, oder auch wieder aufs Neue, den Lesern eine bestehende oder zu befürchtende Gefahr für den inneren und äußeren Frieden Deutschlands von den Vertriebenen im Allgemeinen und den Schlesiern im Besonderen suggeriert wurde.

Die niedersächsische Regierung hatte im Vorfeld dankenswerter Weise eine, allerdings im Verhältnis zu den Gesamtkosten nur bescheidene, finanzielle Unterstützung zugesagt. In einer Presseerklärung vom 28.06.2007 unterrichtete sie dann die Öffentlichkeit darüber, diese Unterstützung und die Teilnahme landespolitischer Prominenz seien davon abhängig, dass vom Veranstalter alle „rechtsextremen Aktivitäten“ unterbunden würden.
Darauf hat die niedersächsische Landesregierung auch konsequent bestanden, der Ausschluss „extremistischer oder radikaler Elemente“, sprich bestimmter Verlage, Publikationen und Personen blieben also Vorbedingung jeglicher Unterstützung, die von der Landsmannschaft auch erfüllt wurde. Es erstaunt allerdings schon, dass selbst noch während der Veranstaltung in zugelassenen Ständen nach Büchern von ausgeschlossenen Verlagen gesucht und nach einem Fund deren Entfernung verlangt wurde, als gäbe es in Deutschland keine Meinungsfreiheit – und das mit dem Hinweis: „…sonst gibt es Ärger!“, nachdem es vorher geheißen hatte: „sonst gibt es weder eine Unterstützung noch einen prominenten niedersächsischen Teilnehmer!“ „Verbannt“ waren aber nicht explizit genannte Titel, sondern der Verlag als solcher. Dass der Ministerpräsident in seiner Ansprache auch selbst vor der Gefahr einer „rechtsextremen Unterwanderung der Landsmannschaft“ glaubte warnen zu müssen, wirft unverdientermaßen ein schiefes Licht auf die Landsmannschaft. Für die Medien war das allerdings willkommenes „Futter“.
Für die Führung der Landsmannschaft Schlesien bestand immer schon Konsens darüber, dass man nicht mit Feinden der Demokratie zusammenarbeitet. Allerdings sieht sie auch die Meinungsfreiheit als ein hohes Gut an und eine Stigmatisierung von Personen und Verbänden aufgrund vager Hinweise des Verfassungsschutzes dürfte es nicht geben. Wenn von diesem dann auch schon das Begehren einer „objektiven Geschichtsdarstellung“ als rechtslastig angekreidet wird, dann wirft das so manche Frage auf. In diesem Zusammenhang besteht auch noch im Nachhinein Klärungsbedarf, zumindest in Bezug auf den geforderten Ausschluss einer Person, über die weder Behauptungen präzisiert noch Material vorgelegt werden konnten. Nach dessen Darstellung und Mitteilung an die Behörden handelte es sich bei den beanstandeten Äußerungen um die seines fast namensgleichen Vaters, sein Ausschluss blieb trotzdem bestehen.
All dies nur mit den in Niedersachsen bevorstehenden Wahlen zu begründen, greift wohl zu kurz – bei vielen Parteien, auch in der CDU, gelten die auf ungefilterter geschichtlicher Wahrheit und verbrieftem Recht bestehenden Vertriebenen offensichtlich nach wie vor als „extremistisch“, „radikal“ und „revanchistisch“. Im Laufe der Zeit wurde hier aus neuen, v.a. kommunistischen, Schimpfwörtern ein juristischer Tatbestand, dem gegenüber in der deutschen Öffentlichkeit weitgehend übereinstimmend Schweigen herrscht – ein Merkmal eines prä-totalitären Zustands der Gesellschaft, wohl nicht nur in diesem Bereich! Auf Widerstand dagegen erfolgen zumindest Verleumdung, Einflusslosigkeit oder gar berufliche Ausgrenzung.
Unter „Revanchismus“ usw. wird dabei alles subsumiert, was v.a. in Polen Anstoß erregen könnte. Es spielt keine Rolle, dass Vertriebenenforderungen sowohl gesetzeskonform, legal als auch legitim sind, sobald nationalistische Interessen Polens berührt werden, haben sie für Deutsche und Deutschland obsolet zu sein. Glaubt man polnischen Medien und Umfragen, unterstützen vier von fünf Polen Kaczynskis „Quadratwurzel-Politik“, die offizielle deutsche Politik stößt sich aber weder an den über Brüssel nach Polen transferierten Milliarden noch an beleidigenden Karikaturen. Die in der Politik verbreitete Angst vor „schlechten Beziehungen“ zu Polen zeigt bisweilen neurotische oder psychopathische Reaktionen. Sobald sich aber Vertriebene mit eigenen Rechten oder Interessen zu Worte melden, werden sie im eigenen Land mit der „Extremismuskeule“ bedroht und niedergehalten. „Revanche“ könnte man dabei allenfalls Polen vorwerfen, haben sie doch die Vertreibung vieler Millionen Deutscher und all ihre Forderungen stets mit dem ihnen zugefügten Unrecht begründet: also polnisches Unrecht für deutsches Unrecht! Dass sie ihr eigenes Unrecht aber gar nicht als solches anerkennen, sondern als berechtigt, gerecht oder gar als nötig darstellen, ist der Gipfel des Zynismus – von deutscher Politik bereitwillig aufgenommen! Die deutschen Vertriebenen dagegen haben bereits 1950 in ihrer „Charta der Heimatvertriebenen“ auf jegliche Rache und Vergeltung verzichtet, nicht allerdings auf ihr Heimatrecht. Dieses wird sogar von den meisten Parteien in Deutschland auch heute in ihren Programmen gefordert, sobald aber jemand konkrete Schritte zu dessen Verwirklichung fordert oder gar unternimmt, stellt er sich außerhalb der „political correctness“.
Es scheint höchste Zeit zu sein, in Deutschland endlich eine verbindliche Definition von zu ächtendem „Extremismus“ und „Radikalismus“ zu formulieren. Es ist ein durchsichtiges Spiel, aber leider ein probates Mittel, gesetzestreue und friedliebende Vertriebene mit fremdenfeindlichen oder gewalttätigen Elementen „in einen Sack“ zu stecken, um sie anschließend gemeinsam „niederknüppeln“ zu können. Erstaunlicher Weise konnte ich in den Medien keinen Hinweis auf geplante und durchgeführte linksradikale Demonstrationen im Zusammenhang mit dem Schlesiertreffen finden, obwohl von deren Seite im Internet zu Protestkundgebungen aufgerufen wurde, die das Treffen möglichst be- oder gar verhindern sollten. Dank der in auffällig großer Zahl in Hannover (nur wegen der Schlesier?) vertretenen Polizei gab es aber keine behindernden und erwähnenswerten Aktionen der Linken. Dass diese aber ungehindert und unbeanstandet immer wieder Parolen wie: „Nie wieder Deutschland“ oder „Nieder mit Deutschland“ (mancherorts auch: „Heimat im Herzen, Scheiße im Hirn!“) ausgeben kann, stimmt zumindest die heimat- und vaterlandstreuen Schlesier bedenklich.

Betrachtet man das Deutschlandtreffen der Schlesier 2007 in Hannover aus einer gewissen Distanz, dann mischen sich in die Freude über die insgesamt sehr gelungene Veranstaltung doch auch bittere Gedanken der Erkenntnis: entgegen allen politischen Beteuerungen und allen Lobes auf die Aufbau- und Friedensleistungen der Vertriebenen wünschen viele, es möge das Wort „nur ein (mund-)toter Vertriebener ist ein guter Vertriebener!“ bald in Erfüllung gehen. Dem weiterhin entgegen zu wirken bleibt Aufgabe des nächsten Deutschlandtreffens der Schlesier.

Resolution des Bundesverbandes

Bei der Bundesdelegiertentagung am 14. April beschloss man folgende Resolution zur Gebietsreform in Sachsen/Niederschlesien:

Herrn
Ministerpräsidenten
Prof. Dr. Georg Milbradt
Archivstr. 1
01097 Dresden

Herrn
Innenminister
Dr. Alfred Buttolo
Wilhelm-Buck-Str. 2
01097 Dresden

Herrn
Oberbürgermeister
Joachim Paulick
Untermarkt 8
02826 Görlitz / Niederschlesien

Landsmannschaft Schlesien – Bundesdelegiertenversammlung 2007
Die „Schlesische Landesvertretung – Bundesdelegiertenversammlung“ hat anlässlich ihrer diesjährigen Jahrestagung in Hannover nachstehende Resolution verfasst:
Anlässlich der geplanten Neugliederung von drei Landkreisen in Sachsen – Niederschlesien und der damit verbundenen neuen Namensgebung besteht die Gefahr, dass der Begriff „Schlesien“ endgültig als Bezeichnung einer staatlichen Region getilgt werden soll.
Uns fehlt hierfür jegliches Verständnis.
Die heimatpolitische Vertretung der vertriebenen Schlesier und derer, die in dem bei der Bundesrepublik Deutschland verbliebenen Restteil Schlesiens leben, protestieren gegen eine drohende endgültige Beseitigung des regionalen Namens „niederschlesisch“ .
Wir appellieren an die Verantwortlichen des Freistaates Sachsen und der betreffenden kommunalpolitischen Vertretungen sich ihrer historischen Verpflichtung bewusst zu sein.
Es wäre ein unwiederbringlicher Schaden, wenn damit die kulturelle und geschichtliche Leistung des Stammes der Schlesier aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit endgültig verschwinden sollte.
Wir schlagen vor, als künftige Kreisbezeichnung den Namen „Oberlausitz-Niederschlesien-Kreis“ zu verwenden.

Hannover, den 14. April 2007

Namens der Schlesischen Landesvertretung
Prof. Dr. Michael Pietsch

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Christian K. Kuznik
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